Dropped-Dog-Station in Unalakleet – Teil 1

Unser zweiter Tag in Unalakleet begrüßte uns wieder mit Sonnenschein, Windstille und klirrender Kälte. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Flughafen, wo wir unsere Dropped-Dog-Station aufbauen würden. Unalakleet dient als eine Art Zentrum auf dem Trail, von wo aus die umliegenden Checkpoints mit freiwilligen Helfern versorgt werden. So würden viele der Tierärzte, die momentan noch in Unalakleet waren, nicht vor Ort eingesetzt, sondern in den kleinen Maschinen der Buschpiloten, in denen neben dem Piloten nur zwei Personen Platz finden, auf die umliegenden Checkpoints verteilt werden. Das Gleiche galt für Trail-Checker, die für das Ein- und Auschecken der Musher in den Checkpoints zuständig sind, für die Comms, die für die Kommunikation der Checkpoints mit der Außenwelt verantwortlich sind, und freiwillige Helfer aus anderen Bereichen. Dropped-Dog-Stationen gibt es nur zwei auf dem Trail. Das ist zum einen in McGrath, was dieses Jahr durch die Änderung der Route nach Galena verlegt wurde, zum anderen Unalakleet. Wenn Hunde an anderen Checkpoints zurückgelassen werden, werden sie von den Tierärzten vor Ort betreut bis sie von den Buschpiloten in eine Dropped-Dog-Station gebracht werden. Dort werden sie dann von den Leuten vom Dropped-Dog-Team direkt am Flugzeug in Empfang genommen und versorgt, bis sie in einer größeren Maschine nach Anchorage ausgeflogen werden. Das Gros der Hunde, die in den beiden Dropped-Dog-Stationen versorgt werden, wird also aus anderen Checkpoints eingeflogen, weshalb die Dropped-Dog-Station in Unalakleet direkt am Flughafen eingerichtet wird.

 

Am Flughafen stand ein Container für uns bereit. Momentan erinnerte der Container noch an einen unübersichtlichen Abstellraum, aber später sollte er über Heizung und Strom verfügen und unser Aufenthaltsraum sein. Bis dahin war es noch ein weiter Weg. Wir begannen den Container zu entleeren und die vielen Kisten, Boxen und Schachteln nach zu sortieren. Nicht alles war für uns bestimmt und so fanden wir diverse Schätze vom Pancake-Bräter für die Küche im Bunk-House bis zu etlichen Schaufeln, die mit den Namen der verschiedenen Checkpoints beschriftet waren und wohl dem Aufsammeln „hundlicher“ Hinterlassenschaften dienen sollten. Nachdem der Container gesäubert und für unseren Einsatz vorbereitet war, machten wir uns daran den Schnee vor den Zäunen wegzuschaufeln, an denen später die Hunde befestigt werden würden. Larry, ein Arbeiter am Flughafen, der mit einem riesigen Bagger auf dem Flughafengelände unterwegs war kam uns dabei zu Hilfe. Der letzte halbe Meter vor dem Zaun, den er mit seiner großen Schaufel nicht erreichen konnte, brachte uns trotzdem ganz schön ins Schwitzen. Anschließend befestigten wir noch die Drop-Chains und entfernten den Müll, der sich durch den in der Regel heftig wehenden Wind hinter dem Zaun verfangen hatte. Es musste unter allen Umständen vermieden werden, dass die Schlittenhunde Gelegenheit bekamen Müllfetzen zu fressen. Das könnte mitunter tödlich ausgehen. Larry brachte mit seinem Gefährt die großen Holzboxen in Position, in der bis zu acht Schlittenhunde Platz finden würden. Die Holzboxen wurden mit der Öffnung zur von der See abgewandten Seite positioniert, so dass für die Hunde ein windgeschützter Gang zwischen Zäunen, Gebäuden und Boxen entstand. Genug für heute! Den Rest würden wir morgen fertig machen. Vor frühestens Samstag war nicht mit Hunden zu rechnen und so hatten wir noch einen ganzen Tag Zeit, die Station auf ihren Einsatz vorzubereiten. Wir ließen den Arbeitstag mit einem schönen Spaziergang zurück zum Bunk-House ausklingen, das etwa 20 min entfernt lag. Die Sonne stand nach wie vor hoch am Himmel. Die Tage etwa 200 Meilen unterhalb des Polarkreises sind um diese Jahreszeit bereits verhältnismäßig lang.

Der Container ist schon fast leer

Der Container ist schon fast leer

Mindee übernimmt die Innenreinigung

Mindee übernimmt die Innenreinigung

Jane ist happy über unseren Fortschritt

Unser Container steht direkt vor dem Strand zur Bering See

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Der strahlende Sonnenschein sollte nicht über die klirrende Kälte hinwegtäuschen

Larry hilft uns mit seinem Bagger

Larry hilft uns mit seinem Bagger, die Hundeboxen in Position zu bringen

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Die Hundeboxen bieten Schutz für die Hunde vor dem eiskalten Wind

 

 

 

 

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