Nenana – erster Checkpoint

Lisbet hatte ihre Reise nach Nome angetreten. Nachdem wir JC nach Hause und Sarah zum Flughafen gefahren hatten, machten Kari, Janet und ich uns auf den Weg nach Nenana, dem ersten Checkpoint des Iditarod 2015. Nenana ist eine kleine Stadt mit knapp vierhundert Einwohner am Ufer des Tanana River gelegen. Die Food-Drop-Bags, also die Säcke in denen die Musher, Hundefutter, ihr eigenes Essen, etc., zu den Checkpoints senden, wurden ausnahmsweise nicht vom ITC (Iditarod Trail Committee) nach Nenana gesendet. Die Handler-Teams der Musher mussten sie dort abliefern. Wir hatten also Lisbets Food-Drop-Bags für Nenana noch im Truck und würden sie dort nochmals treffen, bevor sie endgültig in der Wildnis Alaskas verschwinden würde. Laut Lisbets GPS-Tracker auf der Iditarod Insider-Seite hatte sie beschlossen etwa zehn Meilen außerhalb von Nenana zu campen. Eine kluge Entscheidung, da der Checkpoint förmlich von Dog-Teams überrannt wurde und es dort nur so von Handler-Crews, Reportern und Schaulustigen wimmelte. Einige der Teams, die in Nenana pausierten, konnten kaum zur Ruhe kommen. Einige Meilen vor dem Checkpoint konnten sich Lisbets Hunde viel besser von ihrem ersten Lauf erholen.Lisbet war in den nächsten Stunden noch nicht zu erwarten. Sie würde die Hunde vier Stunden ausruhen lassen, bevor sie weiterfuhr. Ich nutzte die Gelegenheit, mich ein wenig umzusehen.Es wurde dunkel und kälter. Lisbet campte laut GPS-Tracker immer noch. Ich musste meine Finger zwischen meinen Streifzügen immer wieder im Checkpoint aufwärmen, da ich ständig das Metallgehäuse meiner Kamera in der Hand hatte und zum Fotografieren nur dünne Handschuhe benutzen konnte.

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Ein Musher nach dem anderen trifft in Nenana ein

Laura Allaways Team kommt nach Nenana

Laura Allaway checkt in Nenana ein

Laura spricht mit der Checkerin

Laura spricht mit einer Tierärztin vom Vet-Check-Team

Lauras Leithund Dash

Lauras Leithund Dash trägt Leggings um Chicken Feet vorzubeugen

Jeff King checkt in Nenana ein

Jeff King, viermaliger Iditarodgewinner, checkt in Nenana ein

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Monika Zappa in Nenana

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Das Kommen und Gehen in Nenana scheint schier endlos

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DeeDee Jonrowes Team parkt in Nenana

Der untere Dog-Lot in Nenana

Der untere Dog-Lot in Nenana

 

Laura füttert ihr Team. Maggie leistet ihr Gesellschaft.

Laura füttert ihr Team.

Um 22:40 Uhr kam Lisbet als letzter Musher in Nenana an. Ich brachte ihr eine heiße Schokolade an den Schlitten, lud ihre Drop-Bag und ihr Stroh neben dem Schlitten ab, holte das Thai-Curry, das wir ihr aus Fairbanks mitgebracht hatten und zwei Wasserflaschen. Das Vet-Check-Team untersuchte ihre Hunde. Als das Vet-Check-Team fertig war und der Schlitten fertig gepackt war. Gaben wir ihr alle nochmal eine dicke Umarmung mit auf den Weg. Dann rannte ich vor dem Team aus dem Checkpoint und leitete die Hunde so auf den Trail zurück. Ich rannte um eine Biegung und plötzlich stand ein anders Dog-Team auf dem Trail. Becca Moore bereitete sich auf die Weiterfahrt vor. Lisbet fuhr langsam vorbei. Ich rannte noch hundert Meter vor Lisbets Team her, ließ sie an mir vorbeifahren und rannte dann noch ein Stück hinter ihrem Schlitten her um sicher zu gehen, dass sie im unteren Dog-Lot keine Schwierigkeiten haben würde. Sie durchquerte den Dog-Lot ohne Zwischenfälle und verschwand in die kalte Nacht auf dem Tanana River. Die ersten 60 Meilen (97 km) des Rennens hatte sie schon hinter sich! Die Temperaturen sanken unter -20 °C, aber mir war sehr warm, als ich zum Dog-Truck zurücklief. Kari, Janet und ich machten uns sofort auf den langen Rückweg in Richtung Willow, wo wir um 6 Uhr früh ankommen sollten. Endlich ausschlafen!

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Lisbet verstaut nach und nach den Inhalt ihrer Drop-Bag in ihrem Schlitten

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Sie hat einiges zu packen! Schließlich müssen Futter, Stroh und Booties bis zum 90 Meilen entfernten Checkpoint in Manley Hot Springs reichen.

 

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