Von Willow nach Unalakleet

Am Mittwoch musste ich um 10:30 Uhr im Millenium Hotel bei den Iditarod-Headquarters in Anchorage sein. Nachdem Lisbet auf dem Trail war und wir zurück in Willow waren, hatte ich einen Tag Zeit meine Sachen für Unalakleet zu organisieren. Außer Tabitha, die ebenfalls 2011 ihr erstes Jahr auf dem Trail war und dieses Jahr das Dropped-Dog-Team in Unalakleet koordinierte, kannte ich niemanden. Ich freute mich auf Unalakleet, ich würde bestimmt viele tolle Leute kennenlernen! Mittwochmorgen fuhr mich Kari zeitig nach Wasilla. Von dort aus nahm ich den Bus nach Anchorage und vom Busbahnhof einen Anschlussbus zum Millenium Hotel. Abgesehen von der Eisenbahntrasse zwischen Seward und Fairbanks stecken die öffentlichen Verkehrsmittel in Alaska größtenteils noch in den Kinderschuhen. Ein Großteil der Bevölkerung Alaskas lebt relativ abgelegen und ist somit ohnehin auf eigene Fahrzeuge angewiesen ist. In Anchorage gibt es zwar ein öffentliches Busnetz, was aber kaum über die Stadtgrenzen hinausreicht. Die Buslinie vom Mat-Su-Valley[1] nach Anchorage existiert erst seit wenigen Jahren. Busfahren in Alaska war ein Novum für mich. Nachdem ich mich endlich zu der nicht gekennzeichneten Bushaltestelle mitten auf dem Parkplatz von PetZoo in Wasilla durchgefragt hatte, fuhren wir pünktlich Richtung Anchorage los. Auf der Höhe von Palmer, nur wenige Meilen weiter, hielt der Bus für längere Zeit an. Der Busfahrer machte eine Durchsage, dass wir auf einen anderen Bus warten würden, da unser Exemplar aufgrund eines mechanischen Problems nicht weiterfahren könnte. Ich schaute auf die Uhr. Wenn uns der Wechsel nicht allzu viel Zeit kosten würde, würde ich es immer noch pünktlich ins Millenium schaffen. Der Ersatzbus kam relativ zügig und so kam ich trotz der Verzögerung pünktlich in den Headquarters an. Es erwies sich jedenfalls als gute Entscheidung, dass ich eine Stunde Puffer eingeplant hatte.

 

Im Millenium Hotel wimmelte es nur so von freiwilligen Helfern. Ich musste noch zwei Formulare im Büro ausfüllen und bekam meine Flugpapiere, meinen Volunteer-Ausweis und eine Iditarod-Volunteer-Basecap. Ich erfuhr, dass neben mir noch fünf weitere Leute für das Dropped-Dog-Team in Unalakleet eingeteilt waren. Tabitha stellte uns einander vor. Die anderen fünf waren auch alle Frauen im Alter von 24 bis über 60 Jahre. Jede einzelne schien nett zu sein, alles Weitere blieb abzuwarten. Gemeinsam mit etlichen Tierärzten und Kommunikations- und Logistikhelfern wurden wir zum Flughafen transportiert. Von dort aus flogen wir mit PenAir über die unberührte Wildnis Alaskas nach Unalakleet, einem Fischerdorf an der Beringsee. Je näher wir der Küste kamen, desto weniger Wolken verschleierten den Himmel. Wir landeten pünktlich in Unalakleet. Es war kalt, windstill und sonnig. Ein Traumtag!

 

Jay, ein weiterer Helfer, der bereits vor Ort war, holte die ganze Truppe freiwilliger Helfer mit einem Truck ab, auf dessen Ladefläche sowohl unser Gepäck als auch wir Platz fanden. Jay fuhr uns zum Bunk-House, dem Gebäude, in dem alle freiwilligen Helfer, die durch Unalakleet kommen, untergebracht werden. Es gab Toiletten, Duschen und einen großen Raum mit angrenzender Küche, in dem wir gemeinsam Essen würden. Über die Ausstattung konnte sich keiner beklagen. Kaum angekommen suchte sich jeder eilig einen Schlafplatz in der Turnhalle, den wir mit unserem Gepäck als den unseren „markierten“. Dann schleppten wir Tische, Stühle und Vorratskisten umher und richteten es uns im Bunk House gemütlich ein. Die Teams waren frühestens in vier Tagen zu erwarten, die ersten Hunde für das Dropped-Dog-Team in frühestens zwei. Wir hatten also die nächsten zwei Tage genug Zeit alles vorzubereiten.

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In Unalakleet erwartet uns strahlender Sonnenschein als

Mit einem Truck werden wir zu unserer Unterkunft gebracht

Mit einem Truck werden wir zu unserer Unterkunft gebracht

Das Wetter in Unalakleet ist traumhaft!

Das Wetter in Unalakleet ist traumhaft!

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Die Beringsee ist mit einer dicken Eisschicht bedeckt

 

[1] Matanuska-Susitna-Tal, eine Region etwa 60 km nördlich von Anchorage, zu der auch Willow gehört

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